Was sagt uns die Lancet-Studie?

Der Spiegel berichtete am 14.02.2013 über die Lancet-Studie, welche besagt, dass die Lebensmittelindustrie auf Techniken der Tabakindustrie zurückgreift. Es sterben jährlich nein  täglich so viele Leute an nicht-ansteckbaren Krankheiten (Herz-Kreislauf, Diabetes etc.) und daran soll vor allem die Lebensmittelindustrie schuld sein. Hmm. Klar. Es ist immer die Industrie schuld wenn was ist.

Mal sehen.

Der Artikel beschreibt die Situation, dass Studien, die im Auftrag von Lebensmittelkonzernen gemacht wurden, viel häufiger andere Ergebnisse ergeben als Studien die von unabhängigen Stellen in Auftrag gegeben wurden.

Möglich. Traue keinen Ergebnissen die du nicht selber gefälscht hast. Das lässt sich ändern wenn der Bund mehr Studien in Auftrag gibt. Oder das Gesundheitsministerium.

Weiterhin sollen Lebensmittelkonzerne in die Verantwortung genommen werden, die Bevölkerung aufzuklären, dass ihre Produkte evtl. schädlich sind bzw. sollen sie ihre Produktpalette gesünder gestalten.

Sinnvoll. Funktioniert wohl aber nicht. „Eine Selbstverpflichtung ist, als würden Sie Einbrecher damit beauftragen, ein Türschloss einzubauen“, sagt Mitautor Ron Moodie, von der Uni Melbourne in Australien. Vor allem will ich manchmal einfach ungesunde Lebensmittel, weil sie einfach gut schmecken. Was bringt mit ein Gurkensalat ohne oder mit sehr wenig Salz, wenns einfach sch**** schmeckt?

Man braucht also Gesetze. Aha. Doch wie sollen die aussehen? Die Lebensmittelampel ist vom Tisch. Soll ein kleiner Kleber auf das Produkt kommen auf dem steht. „Dieses Produkt tötet“? Oder ein Bild von einem extrem fettleibigen Menschen? Funktioniert bei Zigaretten ja hervorragend. Soll man den maximalen Fettgehalt auf einen gewissen Prozentsatz reduzieren? Dann brauch man wieder Ausnahmen, wenn es darum geht Butter und Öl zu vertreiben. Und nun???

Bei mir bleibt nur eine Frage übrig: Warum versucht man immer das Pferd (schon wieder Pferde) von hinten aufzuzäumen? Warum geht man immer an die Hersteller? Angeblich haben die Konsumenten die Macht, Konzerne in ihre Schranken zu weisen. Warum schult man nicht einfach die Menschen?

Seit ich Lebensmittelchemie studiere aber auch schon vorher traf ich regelmässig auf Menschen, die wirklich absolut keine Ahnung haben was in ihrem Essen drin ist.  Die kommen dann auf die Idee, das laktosefreie Ernährung gesund ist. Sie verzichten als auf Laktose auch wenn dies gar nicht nötig ist. Es gibt laktosefreien Käse, der kostet ein paar Euro  mehr. Es weiß aber kaum jemand, das Käse allgemein sehr wenig Laktose enthält, weil die von den Mirkoorganismen verstoffwechselt wird. Ein anderes Laktose-Beispiel: Auf Schinken steht doch explizit drauf, dass keine Laktose drin ist. Ach nee. ja wo soll die denn auch herkommen?! Andererseits weiß wieder kaum jemand das Laktose als Tablettenfüllstoff verwendet wird. Latoseintolerante Menschen wundern sich dann, warum sie immer noch Probleme haben obwohl sie ihren Laktosekonsum strikt einschränken. Ach ja klar. Da muss der Schinken dran schuld sein?! Oder wars vielleicht doch die Kopfschmerztablette von vorhin?

Ganz ehrlich, ich esse nicht viele Chips (nur mal als Beispiel), wenn ich aber welche esse, möchte ich, dass sie so schmecken wie sie schmecken. Ich beschwere mich nicht über den Fettgehalt, den Acrylamidgehalt oder darüber dass einem die Art und Weise der Verpackung zu mehr verführt. Ich esse eine Tüte, eine halbe, je nachdem. Aber ich weiß, dass es ungesund ist jeden Tag eine zu essen. Die Aufklärung beginnt aber bei mir. Und ich muss mich drum kümmern was ich in mich reinstopfe. Und es kann nicht sein, dass mich der Hersteller aufklärt, der will doch auch nur sein Zeug verkaufen. Essen ist so essentiell. Man kommt zwar einige Tage ohne aus, es ist aber genauso wichtig wie atmen und trinken.

Meiner Meinung nach sollte man die Hersteller dahingehend gängeln, dass sie nach bestmöglichem technischen Wissen produzieren. Will heißen, dass sie z.B. die Acrylamidkonzentrationen so gering halten wie es technisch möglich ist, Das der Einsatz von Pestiziden reduziert wird oder besonders schädliche Pestizide verboten werden. Dies kann auch heißen, dass der Verbrauch an Verpackungsmaterial so weit wie möglich reduziert wird, usw. usw. Alles Sachen die man gesetzlich regeln kann oder schon regelt. Die Aufklärung der Bevölkerung muss aber schon im Kleinkindalter anfangen. Das können Lebensmittelkonzerne nicht leisten. Wenn aber jeder weiß was und wieviel ihm oder ihr gut tut. Wenn man von klein auf richtiges Essen und nicht nur TK-Plastikfraß serviert bekommt, dann greift man als Erwachsener auch häufiger auf gesündere oder bessere Lebensmittel zurück. Dann werden die Betriebe die ungesundes Essen verkaufen von ganz allein ausgerottet werden, einfach nur weil niemand mehr diesen Fraß kauft.

Soweit ich weiß geht die Anzahl der Raucher immer weiter zurück. Aber auch dies kam durch eine Mischung vom Maßnahmen. Gesetzliche Regelungen zum Rauchen in öffentlichen Gebäuden, Steuererhöhungen und Reduktion der Werbung. Aber es hat auch viel Aufklärung gegeben. Die Tabakindustrie hat nicht viel dazu beigetragen. Im Gegenteil, lange Zeit haben sie ja noch abgestritten, dass Rauchen überhaupt süchtig macht. Soviel also zu „Wr wenden uns an die Industrie und die muss das regeln.“

Fazit: Man muss sich informieren. Das ist das einzige was hilft. Und es reicht nicht ein Buch von diesem oder jenem Autor zu lesen. Je mehr man über Lebensmittel weiß, desto eher kann man sich dann im Supermarkt für ein qualitativ hochwertiges und gesundes Produkt entscheiden. Wenn man seiner Ernährung Zeit widmet, kann man auch mal ohne schlechtes Gewissen zur Schokolade greifen.

Und: Ich glaube nicht, dass die ganzen Herzinfarkte, die die Menschen treffen einzig und allein von der Ernährung kommen. Der Stress, die Abgase und was weiß ich nicht noch alles tragen bestimmt auch einen nicht unwesentlichen Beitrag dazu bei.

PS: Dieser Artikel ist vom 12.02.2013. Coca Cola soll Koffein-Warnhinweise auf die Flasche machen. Warum? Ein Frau trinkt täglich 10 L Cola und stirbt daran. Tja. Dann bitte aber auch  Hinweise auf die Wasserhähne und Sprudelflaschen, denn wenn jemand täglich 10 L Flüssigkeit zu sich nimmt ist das nie gesund. Der Körper hat da ganz schön was zu tun. Eine Frau starb 2009 wohl in Kalifornien nach einem Wassertrinkwettbewerb. Je nachdem wo man liest hat sie zwischen 3 oder 8 L getrunken. Das wirft den Elektrolythaushalt so sehr durcheinander, dass der Körper einfach nicht mehr kann. Herzlichen Glückwunsch

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Lebensmittel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich bin kein Spammer This plugin created by memory cards